Die Druckverformungsrest gibt die Fähigkeit von Silikon wieder, nach langfristiger Belastung durch Druck und Temperatur in seinen ursprünglichen Zustand zurückzukehren. Sie ist kein isolierter Materialparameter, sondern das Ergebnis des Zusammenspiels von Material, Struktur, Temperatur und Montage.
1. Was sagen die Kennzahlen aus?
Je niedriger der Wert, desto besser ist in der Regel die Rückfederung; Ergebnisse aus unterschiedlichen Testbedingungen lassen sich jedoch nicht direkt miteinander vergleichen.
- Überprüfung der Testtemperatur, des Kompressionsgrades und der Haltezeit
- Unterscheidung zwischen den Daten von Materialproben und dem tatsächlichen Verhalten des Endprodukts
- Beachtung der Messbedingungen für die Abkühlung und Erholung nach einer Hitzebelastung
2. Materialauswahl
Härtegrad, Rezeptur und Vulkanisationssystem beeinflussen die langfristige Rückprallfähigkeit.
- Materialien nach dem tatsächlichen Temperaturbereich auswählen und nicht nur nach der Härte bei Raumtemperatur
- Bei Projekten, die langfristig Belastungen ausgesetzt sind, sollte die Leistungsfähigkeit nach der thermischen Alterung vorrangig überprüft werden.
- Man sollte vermeiden, die Temperaturbeständigkeit einfach mit geringer Druckverformung gleichzusetzen
3. Auswirkungen von Konstruktion und Montage
Eine zu starke Verdichtung, eine übermäßige Füllung der Fugen oder eine ungleichmäßige lokale Belastung beschleunigen die Verformung.
- Die Kompression innerhalb des Auslegungsbereichs halten
- Sicherstellen, dass die Dichtfläche eben ist und die Kraft gleichmäßig verteilt wird
- Vermeidung von anhaltenden Verschiebungen oder Verformungen nach der Montage
4. Verbesserung und Validierung
Die Validierungskombination sollte unter Berücksichtigung des Leckagerisikos und der Lebensdaueranforderungen ausgewählt werden.
- Durchführung eines Tests zur Wechselwirkung zwischen Druckverformungsrest und Dichtungserhalt
- Hinzufügen von Temperaturwechselprüfungen bei hohen und niedrigen Temperaturen sowie von Eintauchversuchen in Medien
- Prüfung der defekten Teile auf dauerhafte Verformungen, Risse und Montagespuren
FAQ
1. Bedeutet eine höhere Härte zwangsläufig eine höhere Druckfestigkeit?
Nicht unbedingt. Die Härte beeinflusst zwar die anfängliche Belastung, doch die langfristige Verformung hängt auch von der Rezeptur, der Temperatur und dem Verdichtungsgrad ab.
2. Warum tritt trotz bestandener Prüfung der Druckverformungsrest immer noch Wasser aus?
Zudem müssen die Toleranzen der Nuten, Mängel an den Dichtflächen, das Montage-Drehmoment sowie der tatsächliche Mediumsdruck überprüft werden.